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Falsche E-Mail-Adressen als Spamschutz? Nicht nötig.
Diese Seite beschreibt, wie du sehr einfach einen extrem wirkungsvollen Spamfilter für eine im Usenet verwendete E-Mail-Adresse einrichtest. Du brauchst dazu nur ein (nahezu beliebiges) Mailprogramm.
Spammer kennen fast immer nur deine E-Mail-Adresse, nicht deinen Realnamen.
Wenn jemand auf ein Usenet-Posting von dir antwortet, erscheint dein Realname mit großer Sicherheit im To:-Header (das ist der "Empfänger") der E-Mail, weil das Mailprogramm des Senders automatisch den Inhalt des From:-Headers (also des "Absenders") deines Postings in den To:-Header der E-Mail einsetzt.
Das bedeutet: Du kannst Spam von erwünschten E-Mails dadurch unterscheiden, ob dein Realname im To:-Header steht oder nicht.
Beispiel:
To: ohinterhueller@gmx.net steht in einer Spam-Mail.
To: Otto Hintermueller <ohintermueller@gmx.net> steht in einer erwünschten E-Mail.
In der Tat ist dieses Kriterium extrem zuverlässig. Ich habe (außer einer automatischen Bestätigung bei einer Wahl in de.admin.news.announce, auf die ich aber nicht zu antworten brauchte) noch keine erwünschte E-Mail an meine Usenet-E-Mail-Adresse erhalten, deren To:-Header nicht meinen Realnamen enthalten hätte. Und von den über 100 Spam-Mails, die jeden Tag in meiner Mailbox ankommen, enthält keine einzige meinen Realnamen.
Hier das Einrichten eines Filters als Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Richte dir bei einem kostenlosen E-Mail-Anbieter, der POP3 unterstützt (POP3 ist eins der Protokolle, mit dem Mailprogramme Mails von einem Server herunterladen), eine E-Mail-Adresse ein, die du nur fürs Usenet verwendest. (Nur im Usenet kannst du dich darauf verlassen, dass dein Realname immer im Header erscheint.)
In diesem Beispiel nennen wir die Adresse ohintermueller@gmx.net.
Dein Realname sollte möglichst nicht aus der Adresse zu erraten sein, otto.hintermueller@gmx.net wäre also nicht so gut.
Schalte den Spamfilter beim Mail-Provider (in unserem Beispiel GMX) aus. Du brauchst ihn nicht und riskierst nur, dass dir eine erwünschte E-Mail weggefiltert wird. Falls du in deinem Mailprogramm schon einen Spamfilter installiert hast, schalte auch den aus.
Richte deinen Newsreader und dein Mailprogramm so ein, dass sie die soeben eingerichtete E-Mail-Adresse in deinen Postings und E-Mails verwenden.
Falls dein Realname Umlaute enthält, ersetze sie durch ASCII-Umschreibungen. Denn Umlaute gehen manchmal auf dem Transportweg kaputt, und möglicherweise hat dein Mailprogramm auch Probleme damit, Umlaute beim Filtern zu verarbeiten. (Das liegt daran, dass Sonderzeichen in E-Mail-Headern speziell kodiert werden müssen.)
Verwende also Otto Hintermueller statt Otto Hintermüller als Realnamen.
Das oben beschriebene Filterkriterium lässt sich bei den allermeisten Mailprogrammen sehr einfach umsetzen. Ich führe das hier mal exemplarisch mit einem deutschsprachigen Mozilla-Thunderbird vor, bei anderen Mailprogrammen sollte es aber ähnlich funktionieren. Ich setze an dieser Stelle voraus, dass der E-Mail-Account (auch "Konto" oder "Zugang" genannt) im Mailprogramm bereits eingerichtet ist.
Öffne den Menüpunkt "Filter..." im Menü "Extras".

Wähle oben im Drop-Down-Menü den E-Mail-Account, den du fürs Usenet verwendest.

Drücke den Button "Neu...", um eine neue Filterregel zu definieren. Du erhältst folgendes Dialogfenster:

Richte eine Filterregel ein, die E-Mails, welche nicht deinen Realnamen im To:-Header (oder im To:- oder CC:-Header) enthalten, automatisch löscht (oder in einen Spam-Ordner verschiebt).

Bestätige alles mit "OK".
Jetzt muss der Filter getestet werden.
Sende eine Test-E-Mail an Otto Hintermueller <ohintermueller@gmx.net> (also mit Realnamen) ...

... und eine Test-E-Mail an ohintermueller@gmx.net (also ohne Realnamen):

Nun ruf mit deinem Mailprogramm neue Mails ab.
Wenn alles geklappt hat, sollte die erste E-Mail im Posteingang und die zweite E-Mail im Spam-Ordner (oder Papierkorb) gelandet sein.
Du brauchst normalerweise keine Reply-To:-Adresse zu verwenden. Wenn du das trotzdem tust, achte darauf, dass dein Realname auch im Reply-To: steht, da sonst E-Mails an dich nicht deinen Realnamen enthalten werden.
Falsch: Reply-To: ohintermueller@gmx.net
Richtig: Reply-To: Otto Hintermueller <ohintermueller@gmx.net>
Falls dir das Übertragungsvolumen zu groß wird, kannst du Folgendes tun:
Du bringst dein Mailprogramm dazu, zuerst nur die Mail-Header herunterzuladen, und nur dann, wenn dein Realname im To:-Header steht, auch den Rest der Mail zu empfangen.
Das geht allerdings nur mit wenigen Mailprogrammen.
Du verhinderst, dass Mails, die größer als 32 KB sind, heruntergeladen werden, entweder indem du sie direkt beim Mail-Provider ausfilterst oder indem du dein Mailprogramm dazu überredest, Mails, die die eingestellte Größe überschreiten, direkt auf dem POP3-Server zu löschen.
Auf diese Weise wirst du Mail-Würmer los, weil die normalerweise größer als 100 KB sind und damit möglicherweise einen Großteil des Übertragungsvolumens ausmachen. Erwünschte Usenet-bezogene Mails sind selten größer als 20 KB.
Es hilft auch, von Zeit zu Zeit die E-Mail-Adresse zu wechseln.
Das macht jedoch ein wenig Arbeit, und du solltest auch sicherstellen, dass du unter der alten E-Mail-Adresse noch für einige Wochen erreichbar bleibst.
Nein, ich habe auf dieser Webseite keine fremden E-Mail-Adressen verbrannt; alle auf dieser Seite erwähnten E-Mail-Adressen gehören mir.
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